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Sammelst du noch oder kuratierst du schon?

Test-Beschriftung

Ganz gleich wie gut wir unser Social Learning Netzwerk einrichten, erhalten wir letztlich nichts weiter als ein Sammelsurium unverbundener Inhalte. Durch kluge Filter mögen all diese Inhalte für uns relevant sein – sie fügen sich aber kaum zu einem großen Ganzen zusammen. Genau dieses Defizit ist der Ansatzpunkt für Content Curation, einer Methode mit großem Potential auch für betriebliches Lernen.

Inhalte nicht nur sammeln, sondern aufwerten
Im ersten Moment scheint der Job des Kurators so gar nicht zum Social Learning zu passen: Ein gelernter Spezialist bereitet Inhalte fachmännisch auf und macht sie dann der rezipierenden Masse verfügbar. Das kennen wir eigentlich nur aus Museen und Galerien. Doch es ist weder die Monopolstellung des Kurators, noch die Konsumhaltung der Besucher, die mit Content Curation auf das Social Learning übertragen wird. Stattdessen geht es hier um die Tätigkeit des sinnvollen Aufbereitens von vorhandenem Inhalt, so dass Zusammenhänge deutlich werden und Schlussfolgerungen möglich sind. diocreative  definiert Content Curation daher auch als “the ongoing classification and grouping of disaggregated pieces of information such that each piece increases in context, meaning, and importance.” Ziel ist die Aufwertung der vorhandenen Inhalte, wie sie mit Feeds, Followings und Bookmarks allein nicht zu bewerkstelligen ist. Content Curation lässt sich also nicht automatisieren, sondern gelingt nur durch die kluge Arbeit eines Menschen. In Social Media tummeln sich bereits zahlreiche Kuratoren. Denn wer Boards bei Pinterest anlegt, Bookmarks bei Delicious speichert oder Beiträge auf einem Blog verfasst kontextualisiert Inhalt und wertet ihn auf. Doch dies ist nur das Mindestmaß dessen, was Content Curation leisten kann.

Informelles Lernen im Unternehmen katalysieren
Im unternehmerischen Kontext ist Content Curation ein Instrument, das informelle Lernen der Mitarbeiter zu stärken. In lebendigen Firmennetzwerken werden täglich zahlreiche Unterhaltungen geführt und Links gepostet. Auch trotz Tags, Gruppen und Likes geht der größere Zusammenhang dieser Beiträge leider meist verloren. Ein Kurator kann hier Abhilfe schaffen. Im Sinne der fünf Curation Modelle trägt der Kurator Inhalte zu einem bestimmten Thema aus dem Netzwerk in einem Sammelpost zusammen (Aggregation) oder fasst diese in verkürzter Form zusammen (Distillation). Darüber hinaus erkennt und benennt er in den Netzwerkaktivitäten Trends innerhalb des Unternehmens (Elevation) und trägt verschiedene Meinungen zusammen, um einen neuen Blickwinkel zu schaffen (Mashup). Schließlich reiht er Beiträge chronologisch aneinander, um die Entwicklung einer Idee zu verdeutlichen (Chronology). Darüber trägt der Kurator auch Inhalt von außerhalb des Unternehmens in das interne Netzwerk hinein. Hierfür abonniert er thematisch passende Feeds und bewertet die eingehenden Beiträge auf ihre Relevanz, um sie dann ggf. mit entsprechendem Kommentar zu posten. William Amurgis beschreibt wie dieses Modell den Mitarbeitern von American Electric Power hilft zu verstehen, welche äußeren Faktoren den Kurs des Unternehmens beeinflussen. Insgesamt schafft Content Curation im Unternehmen also Lernerlebnisse, wo vorher nur Informationshäppchen waren; erweitert Wissen um Verstehen.

Prozesse des formellen Lernens ausweiten
Für formelle Weiterbildung bedeutet Content Curation in erster Linie eine Ausweitung des Lernprozesses, und zwar sowohl für Päsenzseminare als auch für WBTs. So bereitet der Kurator bereits im Vorfeld der Lernmaßnahme Inhalte zum jeweiligen Thema auf, mit dem sich die Lerner vorbereiten können. Dafür nutzt er entweder das Netzwerk des Unternehmens oder ein freies Curation Tool wie Paper.li oder Storify. Da der Kurator hierfür im Unternehmen bereits vorhandenen Inhalt bzw. Inhalt aus Social Media verwendet, ist der Aufwand gering, die Aktualität hoch und die Partizipation möglich. Während des WBTs oder des Seminars können die Lerner selbst Inhalte sammeln oder erstellen, welche der Kurator entsprechend bearbeitet und anschließend allen zur Verfügung stellt. Im Anschluss an die Lernmaßnahme unterstützt der Kurator die fortführende Diskussion des Lerninhaltes im Netzwerk. Dabei konzentriert er sich darauf, Bezüge zwischen Inhalt und Arbeitsalltag herzustellen um so den Lerntransfer zu fördern.

Kuratierfreundliche Unternehmenskultur schaffen
Gelingen kann betriebliche Content Curation, ganz gleich welcher Form, nur in Unternehmen, die begreifen, dass Wissen kein Herrschaftsinstrument Einzelner sondern ein Arbeitsmittel Vieler ist. Auch ein konstruktiver Umgang mit Fehlern und Kompetenzlücken ist unerlässlich, damit relevante Inhalte ins Netzwerk gelangen. Der Kurator ist letztlich nur so gut wie das Netzwerk, für das er arbeitet.

Bild: Liuhsihsiang (istockphoto).

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