Skip to content

Jagd nach dem Community-Gral

Community Netzwerk

Das Streben nach einer geeigneten Strategie zur Förderung informellen Lernens mausert sich gegenwärtig zur Grals-Suche der betrieblichen Weiterbildung. Mit Online-Communities meinten viele Personaler das heilige Gefäß endlich gefunden zu haben. Doch der Schluck aus dem Gral hat einen faden Beigeschmack, den letztlich nur die Nutzer wieder versüßen können – wenn sie denn wollen.

Gegen Trolling ist keine Struktur gewachsen
Man muss kein Community Manager sein um zu wissen, dass jede soziale (Wissens-)Gemeinschaft von der Beitrags-Qualität ihrer Mitglieder lebt. Kathrin Passig  beschreibt in ihrer Kolumne, dass eben diese Qualität vielen Online-Communities abhanden kommt und bremst im gleichen Atemzug jene aus, die jetzt nach schärferen Regeln rufen. Ihr zufolge lässt sich das Störfeuer destruktiver Mitglieder, sog. Trolls, weder von Anmeldepflichten noch von Anonymitätsverboten abwehren. Stattdessen werden so eher die gutwilligen Nutzer vom Posten abgehalten, da sie wissen, dass sie für ihren klugen Gedanken auch anderswo dankbare Abnehmer finden. Außerdem fördere Anonymität den Fokus auf die Sachebene. Auch soziale Gratifikationen sog. Karma-Systeme, die u. a. mit Post-Bewertungen arbeiten, führen eher zu Missbrauch, da sie zu Hierarchienbildung, Machtbefriedigung und Geltungsdrang beitragen. Kurz gesagt: Trolling entzieht sich jeder strukturellen Eindämmung.

Kommunikative Kompetenz aus Überzeugung
Ganz im Sinne des basisdemokratischen Grundgedankens des Internets liegt der Schlüssel zum (Lern-)Erfolg einer Online-Community also nicht bei den Betreibern, sondern bei den Nutzern. Um ihrem Troll-Trieb Einhalt zu gebieten benötigen sie (Achtung, Buzz-Word!) kommunikative Kompetenz. Diese darf sich nicht nur auf das Wissen um respektvolle Umgangsformen und die Fähigkeit zur konstruktiven Kritik reduzieren. Sie muss vielmehr auch die ehrliche Überzeugung vom Sinn dieser Regeln umfassen. Ein kommunikativ kompetentes Community-Mitglied zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es Meinungsvielfalt anerkennt und eine gewisse Demut gegenüber den Grenzen des eigenen Horizontes empfindet. Auch Offenheit und die Bereitschaft zum Umdenken gehören zu seinen Qualitäten. Entsprechende Lerneffekte sind m. E. auch schon in den Communities zu erkennen. Es liegt nun an den Community Managern diese Effekte weiter zu fördern und kommunikative Kompetenz zum permanenten Lernziel ihrer Community zu erklären.

Bild: higyou (istockphoto)

No comments yet

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: