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Gamification – Maggikraut für fades E-Learning?

Games-Taste

Ein schmackhaftes E-Learning-Gericht bedarf vielerlei Zutaten: lernförderliche Didaktik, ansprechende Medien, spannende Interaktionen und vieles mehr. Neuerdings streuen viele E-Learning-Designer auch eine Prise Gamification auf ihre Programme um ihnen das gewisse Etwas zu verleihen. Doch wieviel Finesse steckt wirklich hinter dem neuen Maggikraut des E-Learning?

Vier Portionen Gamification und dann kräftig umrühren
Unter Gamification wird gemeinhin schlicht das Anreichern von E-Learning und Social Media um spielerische Elemente verstanden. Während sich etwa der standortbezogene Social Networking Dienst Foursquare auf das Erwerben von Abzeichen und Rangstufen beschränkt, beschreibt Karl M. Kapp in einem Artikel für die Training Industry Quarterly drei einfache Prinzipien E-Learning spielerisch aufzuwerten. 1. Beginnen Sie den Lernprozess nicht erst mit Lernzielseiten sondern gleich mit einer zu lösenden Aufgabe. 2. Steigern Sie die Herausforderung in immer anspruchsvolleren Leveln und erlauben Sie auf einer beliebigen Stufe einzusteigen. 3. Betten Sie den Lerninhalt in eine spannende und bedeutungsvolle Geschichte ein. In seinem Blog ergänzt Kapp noch einen vierten Punkt: Geben Sie regelmäßiges Feedback über den Leistungsfortschritt des Lernenden.

Was gesund ist schmeckt nicht, was nicht schmeckt ist nicht gesund?
Hintergedanke der Gamification nach Kapp und den vielen anderen Befürwortern ist die enorme Leistungsbereitschaft, die Gamer für gewöhnlich an den Tag legen, auch auf das Lernen zu übertragen. Für Kritiker wie Elliott Masie hat der zugehörige Hype jedoch einen faden Beigeschmack. Ihm zufolge wird schlecht konzipiertes E-Learning nicht einfach erfolgreich, nur weil es plötzlich ein paar spielerische Elemente enthält. Vielmehr müsse das Hauptaugenmerk nach wie vor auf der sinnvollen Integration des E-Learning in die organisationale Struktur liegen. Um im Bild zu bleiben ließe sich sagen: Ein verkochtes Süppchen wird auch mit viel Maggi nicht genießbar. Mehr noch, muss ein Lernprozess nicht unbedingt erfolgreich gewesen sein, nur weil er Spaß gemacht hat. Etwa wenn die Inhalte lückenhaft oder die Übungen praxisfern waren. So ist auch ein schmackhaftes Gericht nicht immer gesund und ein gesundes nicht unbedingt auch lecker.

Bild: leminuit (istockphoto)

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