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Learntec 2012: Eine Reise von Pol zu Pol

Karte-und-Kompass

Nach meinem Besuch bei der Learntec 2012 habe ich wieder einige schwarze Flecken von meiner E-Learning Landkarte beseitigt. Dabei wurde mir klar, dass sich die E-Learning-Welt aktuell zwischen zwei Extremen bewegt: Aufwändige Serious Games auf dem einen und schlankes Rapid Authoring auf dem anderen Pol. Doch in welche Richtung sollten E-Learning Autoren nun ihre Segel setzen?

Ich spiele, also lerne ich
Sowohl auf dem Kongress als auch auf dem Anwenderforum “Level Up” waren sich Redner und Besucher einig: Serious Games bergen nicht nur besondere Lernpotentiale, sondern werden auch den wachsenden Erwartungen der Lernenden an digitale Lernmedien gerecht. Zwei auch am Markt tatsächlich erfolgreiche Anbieter sind mir dabei besonders aufgefallen. Da wäre zum einen das französische Unternehmen KTM Advance, das u. a. das Onboarding Serious Game Ambassador für den Wasserversorger Suez Environment entwickelt hat. Zum anderen bietet Core Competence mit LE-AD ein Führungskräfte Serious Games als Off-the-shelf-Produkt an. Mit Blick auf diese beiden Beispiele ist mir deutlich klarer geworden, was ein gutes Serious Game ausmacht. Das Spiel selbst darf nicht bloß eine schöne Hülle sein, die kunstvoll um herkömmliche Text/Bild-Screens gewickelt wurde. Vielmehr muss es dem Lernenden ermöglichen den Inhalt durch den Akt des Spielens zu erarbeiten. Dazu gehört auch, dass die Geschichte konsequent mit den Inhalten verwoben und als Grundlage für ein systemimmanentes Feedback genutzt wird. Auch Handlungsspielräume und das Sammeln von Erfolgen spielen eine wichtige Rolle. Wenn ich all dies bedenke wird auch klar, dass Serious Games nicht von E-Learning Autoren allein geschultert werden können. Vielmehr braucht es ein Team aus erfahrenen Pädagogen, Game-Designern und Filmemachern, um derartige Projekte zu meistern.

Quick and… pretty!
Als Autor scheint es daher sinnvoller Kurs auf den anderen Pol, das Rapid Authoring, zu nehmen. Nicht  zuletzt durch iBookAuthor ist dieses gegenwärtig wieder in aller Munde. Natürlich ist das Thema nicht neu, aber die Tools sind es umso mehr. Große Augen habe ich als Autor natürlich am Stand von Articulate gemacht. Das amerikanische Unternehmen erweitert seine Autoren-Serie in wenigen Wochen um Articulate Storyline, welches durch vielseitige Templates, einfache Handhabung und eine umfangreiche Bilddatenbank besticht. Auch ein HTML5-basierter Export auf iPad und iPhone sollen hier möglich sein. Die Testversion wird zeigen, ob sich der sehr gute erste Eindruck bestätigt.

Große Ohren habe ich wiederum bei der Präsentation der Explain GmbH gemacht, als E-Learning als “Präsentation mit Audio” verunglimpft wurde. Auch wenn klar ist, dass der Karlsruher Anbieter professionell gestalteter PPT-Präsentationen mit dieser Aussage auch ein bisschen provozieren wollte, hat er damit (leider) nicht ganz unrecht. Tatsächlich gibt es Fälle in denen E-Learning kaum mehr ist, aber auch nicht mehr sein soll. Produkttrainings sind hier das klassische Beispiel. In solchen Fällen kann tatsächlich schon allein auf Basis von Powerpoint ein gutes Ergebnis erzielt werden, sofern die fehlenden Interaktionsmöglichkeiten durch ein elegantes Design und ein motivierendes Storytelling kompensiert werden. Rapid Authoring braucht daher nicht nur funktionale, sondern auch didaktische Templates. Für Autoren können dabei die Prämissen der Serious Games durchaus hilfreiche Anhaltspunkte liefern (Stichwort: Gamification).

Bild: malerapaso (istockphoto)

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