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E-Learning Pfeffer Nr. 2

Pfeffer-Koerner-2

Scharfes E-Learning gefällig? Hier drei neue “Pfefferkörner” mit denen Sie Ihren Fachexperten erklären, warum nice-to-know nicht gleich need-to-know ist, Ihren Lernenden erlauben auf verschiedenen Wegen mit Ihrem Kurs zu interagieren und sich selbst beibringen, dass Wichtiges nicht automatisch als wichtig erkannt wird, weil Sie es so bezeichnen.


Pfefferkorn Nr. 4: Nice is no need
Das Gerücht, dass Fachexperten kein Verständnis dafür hätten, wie viel Inhalt sich in einem Kurs unterbringen lässt, hat sich in meiner Erfahrung bislang kaum bestätigt. Was tatsächlich Probleme bereitet, ist gemeinsam mit den Experten zu entscheiden welche Informationen außen vor gelassen werden können, ohne den Lernenden etwas Wichtiges vorzuenthalten. Oder anders ausgedrückt: Welcher Inhalt ist wirklich need-to-know und welcher bloß nice-to-know ? Diane Elkins beschreibt sehr anschaulich, dass Sie wenig erreichen, wenn Sie den Fachexperten direkt danach fragen, ob eine bestimmte Information wirklich wichtig ist oder ob das nun in den Kurs aufgenommen werden soll. Denn Ihr Gegenüber ist Experte für den Inhalt, nicht für Didaktik. Elkins empfiehlt daher gezielt auf das Kursziel einzugehen, sprich den Bezug zum Arbeitsalltag der Lernenden herzustellen. Diskutieren Sie, ob ein Lernender die fragliche Information wirklich benötigt, um eine bestimmte Aufgabe zu lösen. So trennt sich schnell das Nice vom Need. Zusätzlich sollten Sie fragen, ob gewisse Informationen wirklich gemerkt werden müssen oder ob es nicht reicht, die Lernenden darauf hinzuweisen, wo sie die Information bei Bedarf finden können. Und noch ein Tipp: Im Zweifel haben Sie immer die Möglichkeit einen Inhalt als externes Dokument zu verlinken.

Pfefferkorn Nr. 5: Keine Frage des Lernstils
Es ist schon beeindruckend, wie sich eine so wenig fundierte Theorie so hartnäckig halten kann. Die Rede ist von der Mär, es gäbe verschiedene Lernstile und dass ein Lernangebot, jeden Stil gleichermaßen bedienen müsse. Natürlich lernen Menschen nicht immer gleich, doch wie Judy Unrein beschreibt, liegt der Unterschied weniger in Präferenzen gegenüber der Modalität, sondern gegenüber der Interaktionsform. Sie erklärt, dass Menschen in Abhängigkeit zu ihrem konkreten Informationsbedarf verschiedene Zugänge zu einem Inhalt bevorzugen. Inhaltlich bereits sehr versierte Lernende möchten zumeist nur schnell etwas nachschlagen. Neulinge auf einem Fachgebiet bevorzugen hingegen einen leuchtend roten Faden an dem sie sich Schritt für Schritt entlang hangeln können. Typ 1 profitiert also eher von Skripten, Suchfunktionen und Glossaren, während sich Typ 2 eine möglichst immersive Lernumgebung wünscht. Es geht also weniger darum alle Sinne anzusprechen, sondern mehr darum verschiedene Zugänge zum Inhalt zu ermöglichen.

Pfefferkorn Nr. 6: Ein wichtiger Hinweis
Auch wenn ein Kurs frei von überflüssigem nice-to-know Inhalt ist, gibt es dennoch Informationen, die wichtiger sind als andere. Üblicherweise rahmen wir diese Informationen in einen leuchtenden Merkkasten, geben ihr eine besondere Schriftart oder schreiben ein dickes “Wichtig!” in den Bildschirm- oder Sprechertext. In den meisten Fällen sollte das seinen Zweck auch erfüllen. Doch was tun, wenn wir davon ausgehen müssen, dass die Lernenden die Wichtigkeit einer Information gar nicht einsehen? Wenn sie es etwa albern finden geheime Dokumente zu schreddern, anstatt sie in den Papierkorb zu werfen. In solchen Fällen, müssen wir den Lernenden die Chance geben sich selbst von der Wichtigkeit der Information zu überzeugen. Wie das gehen kann beschreibt Stephanie Dedhar in Anlehnung an C. S. Lewis. Dieser nennt es Faulheit, wenn ein Autor bloß sagt, dass etwas furchtbar oder großartig war. Statt dessen sollte er seine Geschichte so erzählen, dass die Leser das Furchtbare oder Großartige selbst erkennen, es fühlen. Übertragen auf das Lernen bedeutet dies, dass wir aufzeigen müssen, welche Konsequenzen es haben kann, wenn der Lernende eine wichtige Information nicht beachtet. Warum die Lernenden nicht einfach mal über eine kurze Comic-Geschichte reflektieren lassen? Wenn die Wichtigkeit aus der Schilderung klar hervorgeht, setzten die Lernenden das Ausrufungszeichen von ganz allein.

Bild: Justified (istockphoto)

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