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opco12: Schöne neue Lernwelt?

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Ein Widerspruch lag dem opco12 von Beginn an zugrunde: informelles Lernen in einer formellen Kursstruktur. Streng gläubige Web 2.0-Puristen mögen den opco deswegen vielleicht gemieden haben. Mir selbst jedoch hat das maßvoll Formelle das gelungen Informelle erst ermöglicht. Ein persönliches Resümee zum opco12.

Der Charme des Formellen
Ja, ich lese Blogs, folge Twitter-Usern und abonniere RSS-Feeds. Freiwillig und selbstorganisiert halte ich mir eine Personal Learning Environment – ich bin ein erfolgreicher informeller Lerner. Warum also habe ich keine Sekunde gezögert mich für den opco12, ein Lernformat mit klassischer Kursstruktur, anzumelden? Mein grundsätzliches Interesse an E-Learning Formaten war sicher ein, aber nicht der einzige Grund. Tatsächlich erlag ich wohl viel mehr dem besonderen Charme der Wörter Struktur, Curriculum und Anerkennung. Denn auch, wenn das selbstorganisierte Lernen schon im Studium gut geklappt hat, gebe ich zu, dass ich auch damals ohne Termindruck wohl nicht pünktlich mit der Hausarbeit begonnen, mich ohne Literaturempfehlungen in endlosen Exkursen verloren und ohne Aussicht auf einen Abschluss nicht so viel Energie in die Klausuren investiert hätte. Ebenso verhielt es sich dann auch beim opco12. Der feste, zweiwöchige Rhythmus sorgte dafür, dass ich meinen Blog-Beitrag früh genug veröffentlichte, um damit noch an der Diskussion teilzunehmen. Der Horizon-Report und das Live-Event schafften das inhaltliche Fundament für meine eigenen Recherchen und Überlegungen. Die Open Badges gaben mir ein handfestes Ziel mit Belohnungscharakter. Ich bin ein erfolgreicher informeller Lerner und nehme den roten Faden des Formellen dankbar an.

Der Wert des Informellen
Wünsche ich mir also, dass der opco13 noch formeller wird? Ganz klar nein! Der opco in seiner jetzigen Form ist für mich der optimale Hybrid aus formellem und informellem Lernen. Denn anders als in gänzlich formalisierten Bildungsangeboten konnte ich hier Zeiten, Aufwände und Inhalte fast beliebig variieren. Für mich spannende Themen wie die beiden Mobile-Blöcke bearbeitete ich intensiv und ausführlich. Andere Themen kamen deutlich kürzer, die letzten beiden entfielen aufgrund anderer Verpflichtungen für mich sogar fast ganz. Für das Kommentator-Abzeichen reichte es dennoch. Den inhaltlichen Schwerpunkte meiner Beiträge legte ich so, wie es mir passte ohne irgendeine Sanktion fürchten zu müssen. Ich habe aus dem opco12 viel mitgenommen – formelle und informelle Elemente haben daran gleichermaßen ihren Anteil.

Die Luft nach oben
Und dann sind da natürlich noch all die anderen Teilnehmer, die das Lernen erst so richtig “„socialig” machten. Es war einerseits erfrischend Beiträge zu lesen, die frei vom der Leber verfasst wurden. Andererseits fehlte mir in der Summe dann doch die theoretische Fundierung. Hier habe ich auch die Beteiligung der Experten der jeweiligen Live-Events vermisst. Wie aufschlussreich wäre es doch gewesen mit Experten und Teilnehmern in eine langfristige Diskussion zu treten. Doch Diskussionen gab es jenseits des Live-Events ohnehin kaum. Vielmehr interagierten wir Teilnehmer meist nur über Pingbacks und Kommentare miteinander, die nur selten weiter vertieft wurden. Ein längerer Austausch, etwa über Twitter, fand in meiner Beobachtung kaum statt. Bande mit Experten und anderen Interessierten ließen sich so nur schwer schmieden. Vielleicht sind Blogs auch das falsche Medium für lange Diskussionen. Ein opco-Forum hätte hier womöglich gut getan, wenngleich es auch wieder arg zentralistisch gewesen wäre. Trotzdem: Der opco12 war für mich ein erfolgreiches Lernformat, das sicher noch viel Luft nach oben hat.

Bild: mrPliskin (istockphoto)

2 Comments Post a comment
  1. Ausgezeichnete Beobachtungen, die ich absolut nachvollziehen kann.
    Doch woran liegt das geringe Interesse an der Nachverfolgbarkeit des Lernerfolges?
    Idee: Die Kunden der E-Learning Produktionen sollten hier deutlicher ihre Ansprüche an die Agenturen anmelden.
    Hieße: Die Agenturen nehmen die Abfrage der User mit in ihr Portfolio auf.

    September 5, 2012

Trackbacks & Pingbacks

  1. opco12 – persönliche Schlussbilanz « ein_bildungsblog

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