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Social Learning für alle? #CLC14

Social_Fingers

Unter dem Titel „Ich muss leider draußen bleiben“ habe ich in meinem letzten Post die These vertreten, dass heute bei weitem nicht alle Mitarbeiter mit Social Learning zurechtkommen würden. Karlheinz Pape hat jedoch eingeworfen, dass soziales Lernen eine uralte Technik sei, die eigentlich jeder beherrsche. In Vorbereitung des #CLC14 und im Rahmen des #e20mooc will ich der Sache hier einmal tiefer auf den Grund gehen.

Lernen war schon immer sozial

Klar ist: Lernen war schon immer ein sozialer Prozess. Überhaupt ist die Urform des Lernens wohl das Lernen von und mit anderen. Erst die Verbildlichung und Verschriftlichung von Lerninhalten hat es ermöglicht, das Wissen anderer für sich allein zu erlernen. Streng genommen sind aber auch diese niedergeschriebenen Inhalte Teil eines sozialen Prozesses, da sie auf sozial tradiertem Wissen aufbauen und höchstwahrscheinlich eine Form der Peer Review durchlaufen haben. Soziales Lernen sollte also fest in unserer DNA verankert sein.

Der Wegfall des Physischen

Nun zeigt sich bei diesem Rückgriff in die Vergangenheit schon ein bedeutender Unterschied von sozialem Lernen, wie es die Menschen seit jeher kennnen, und Social Learning, wie es jetzt mit Social Media möglich ist. Denn soziales Lernen im klassischen Sinne ist immer an die physische Präsenz gebunden. Ob in Schule, Ausbildung oder Weiterbildung – die sozialen Bildungshistorien sind gegenwärtig noch immer geprägt von der Zusammenkunft an einem Ort. Dieses soziale Präsenzlernen hat, von den organisatorischen Schwierigkeiten einmal abgesehen, auch gut funktioniert. Denn in Präsenz ist es vergleichsweise leicht, soziale Nähe herzustellen und miteinander in Interaktion zu treten. In Lerngruppen, die ausschließlich über ein soziales Netzwerk verbunden sind, gestalten sich diese Prozesse deutlich schwieriger; zu fremd erscheinen die Gruppenmitglieder, zu indirekt ist die Interaktion. Natürlich gibt es heute kaum ein soziales Präsenz-Setting, das sich nicht virtualisieren ließe, und etliche Schüler- und Studentengruppen praktizieren all diese auch schon sehr erfolgreich (s. Infografik). Doch bis diese Digital Natives die Mehrheit der Mitarbeiter ausmachen, wird noch viel Zeit vergehen.

Lernen von N zu N

Neben der Virtualisierung unterscheidet sich Social Learning insbesondere auch durch die Qualität der Kommunikation. Neu an Social Media ist, dass Menschen hier auch in eine N:N-Kommunikation treten können. Das bedeutet, dass viele Menschen gleichzeitig mit vielen anderen sprechen und kollaborieren, ohne dass dazwischen eine vermittelnde Instanz stünde. In besonders großen Communitys kann die Zahl derer, die im regelmäßigen Austausch mit einander sind, schnell auf einen dreistelligen Wert anwachsen. Gesprächskonventionen des klassischen 1:1-Dialoges oder der 1:N-Klassenraumsituation kommen hier schnell an ihre Grenzen. Wie mit all diesen Menschen eine Diskussion führen? Wie mit Ihnen eine Beziehung aufbauen? Wer keine Erfahrung mit N:N-Settings hat, wird sich mit der Beantwortung dieser Fragen schwertun.

Was das Ganze mit Enterprise 2.0 zu tun hat

Sowohl der Wegfall des Physischen, als auch die N:N-Kommunikation sind nun keine Ausschlusskriterien. Beidem lässt sich ähnlich begegnen, wie der mangelnden Tool-Kompetenz, nämlich mit Übung. Soziales Lernen mag in unserer Natur liegen, Social Learning aber bedarf des Ausprobieren und des Erfahrens, bevor es in Fleisch und Blut übergeht. Letztlich geht es dabei einfach um einen Veränderungsprozess. Und genau an dieser Stelle sehe ich den Link zum Enterprise 2.0 und zum Wochenthema des #e20mooc. Denn den Veränderungsprozess des Social Learning mit allen Mitarbeitern zu meistern, ist ein wesentlicher Meilenstein auf dem Weg zur Social Business Excellence. Unternehmen, die hier eine Führungsrolle einnehmen tun beides: Sie experimentieren mit neuen Formaten für ausgewählte Zielgruppen und finden gleichzeitig Wege auch die breite Masse an diese Formate heranzuführen. Dass Mitarbeiter, die Social Learning beherrschen, in der Konsequenz auch einen geschäftlichen Mehrwert erbringen, sollte keiner Erwähnung mehr bedürfen.

Fazit: Sich die Hürden des Social Learning bewusst zu machen, sollte keineswegs dazu führen, das Thema zu meiden. Es geht vielmehr darum, entsprechende Formate richtig einzuschätzen, um sie zielgerichtet einzusetzen und systematisch weiterzuentwickeln. Wie genau dies aussehen kann und welche Erfahrungswerte es hierzu bereits gibt, diskutiere ich gerne mit den anderen Teilgebern des #CLC14 und des #e20mooc.

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