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Social Business ist tot, es lebe Social Business #MBSMN

MBSMN_Pfeiffer

Ausgerechnet ein Marketingleiter der IBM schickt sich an das Ende von Social Business zu verkünden? Da lohnt es sich doch einmal genauer hinzuschauen, dachten sich offenkundig die über 200 Besucher der gestrigen Social Media Night Stuttgart, als sie dem Vortrag von Stefan Pfeiffer lauschten.

(K)Ein Abgesang auf Social Business

“Das Ende von Social Business, wie wir es kennen”, so Pfeiffers Vortragstitel, ist keineswegs ein Abgesang auf Social Media im Unternehmen. Es geht dem IBM Marketing Leader Mobile & Social Solutions auch nicht um das Year of the E-Mail, zu dem IBM demnächst den Hoffnungsträger Verse beisteuern wird. Überhaupt ist Pfeiffer heute eher als Privatmensch da, als Evangelist, um genauer zu sein. Denn wenn etwas etwas gibt, von dem Pfeiffer offenkundig überzeugt ist, dann dass sich die Art, wie Menschen zusammenarbeiten, gerade radikal verändert. Diese Veränderung ist in Social Media schon längst sichtbar. Die Menschen nutzen Dropbox, Facebook und Twitter, um damit Aufgaben ihres täglichen Lebens zu erfüllen. Diese vernetzten Arbeitsweisen ins Unternehmen zu tragen, ist der Grundgedanke von Social Business.

Anwendungsfälle befreien von der ROI-Frage

Doch all zu lange lag der Fokus hier auf der Technologie. Social Business, wie wir es kennen, ist technikverliebt. Nur ist es nicht die Technologie der Dropbox, die Menschen für das Filesharing in der Cloud begeistert, sondern der konkrete Mehrwert, den sie daraus für ihre Arbeit ziehen. Pfeiffer vergleicht dies mit dem Hype um Smartphones. Zwar sei die Hardware als solche durchaus faszinierend, doch gehe der eigentliche Nutzen von den Apps und deren zahlreichen Anwendungsfällen aus. Übertragen auf Corporate Social Media bedeutet dies, dass die Unternehmen für sich relevante Anwendungsfälle definieren müssen. Wer es schaffe, einen konkreten Bezug zwischen der Nutzung bestimmter Social Media und der Umsetzung relevanter Kernprozesse herzustellen, der werde laut Pfeiffer auch die lästige Frage nach dem ROI los.

Die Social Spülmaschine

Vom Social Recruiting bis zum Croud Sourcing benennt Pfeiffer ein paar gängige Anwendungsfelder. Doch was wirklich im Gedächtnis bleibt, ist sein ganz privates Beispiel der defekten Spülmaschine. Drei Besuche habe es gebraucht, um das Gerät zu reparieren, da die ersten beiden Techniker schlicht nicht wussten, was zu tun ist. Erst der dritte hatte die Lösung für diese spezielle Maschine parat. “Wie kann es sein…” fragt Pfeiffer “…dass der dritte Techniker sein Wissen nicht mit den anderen beiden teilt?” Mit einer unternehmensinternen Community für Spülmaschinentechniker hätten alle Techniker auf das Know-how des Experten zugreifen können. Die Spülmaschine wäre schon beim ersten Termin repariert worden, d. h. die Herstellerfirma hätte Kosten eingespart und Pfeiffer wäre ein zufriedener Kunde gewesen. Das ist Social Business, wie wir es noch zu wenig kennen.

Schaffen statt chatten im Mittelstand?

Entgegen landläufiger Meinungen seien solche Anwendungsfälle auch nicht auf Großunternehmen beschränkt. Dass Social Business nur ein Thema der großen Player sei, hält Pfeiffer für “den größten Mumpitz schlechthin”. So berichtet er von einem Mittelständler, der zunächst rein gar nichts mit Social Media anfangen konnte. Mitarbeiter sollten arbeiten und nicht chatten. Doch als eben dieser Mittelständler begriffen habe, wie essentiell der Austausch unter den Mitarbeitern für die Innovationskraft seines Unternehmens sei, habe sich seine Einstellung grundlegend verändert. Wie sonst sollte er auch den billigen Immitaten aus Fernost begegnen, wenn nicht mit kontinuierlicher Innovation?

Letztlich verschwindet Social Software also in den Geschäftsanwendungen. Mit anderen Worten: Die Software ist kein Fokus mehr, sondern nur noch Enabler. Genau diesen Perspektivwechsel meint Pfeiffer, wenn er das “Ende von Social Business, wie wir es kennen” prophezeit. “Social Business ist tot, lang leben soziale Technologien und Arbeitsweisen in der digitalen Transformation.”

Den kompletten Bericht zur Social Media Night gibt es wie immer in der Story der Stuttgarter Zeitung.

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