Skip to content

Produktiv ist das neue innovativ? IBM Verse @ ICS.UG

ICSUG

Eine volle Arbeitsstunde können sich die zukünftigen Nutzer von IBM Verse freischaufeln. So verspricht es zumindest Global Product Manager Kramer Reeves auf der ICS.UG in Bremen. Interessant ist dieses Versprechen vor allem deswegen, weil es vom üblichen Fokus der Social Business Debatte abweicht. An die Stelle von Innovation und Netzwerken tritt die gute alte Produktivität. Macht der Software-Riese jetzt also eine Rolle rückwärts?

Revival des Taylorismus?

Produktivität, das klingt so altmodisch. Viel zu sehr erinnert es an Taylorismus und die damit verbundene Fließbandarbeit. Dabei wollten wir mit den sozialen Netzwerken doch genau diese Zeiten hinter uns bringen. Effizienz war natürlich nach wie vor wichtig, aber in erster Linie wollten wir doch die Abteilungsgrenzen sprengen, um innovativer zu werden. Alle teilen ihr Wissen und arbeiten zusammen, um etwas Neues zu schaffen, das es so noch nicht gab. Wollen wir uns da jetzt wirklich wieder darauf konzentrieren unsere Inbox aufzuräumen, um ein paar Minuten mehr aus unserem Arbeitsalltag herauszuholen? Doch was auf den ersten Blick so widersprüchlich scheint, passt letztlich doch erstaunlich gut zusammen.

Lost in Communication

Wenn Reeves von Produktivität spricht, dann meint er damit nicht, dass sich die Menschen von ihren Communitys ab und der Inbox zuwenden sollen. Es geht ihm nicht um less social, sondern um less clutter. “Customers where overwhelmened by the many options of communication.” erklärt er und spricht damit einen wesentlichen Kritikpunkt am digitalen Arbeitsplatz an, den Information Overflow. Ein Vorwurf, dem sich auch das eigene soziale Netzwerk, IBM Connections, nicht entziehen konnte. IBM hat nun nach eigenen Angaben viel Zeit und Geld darauf verwendet, um mit Verse ein Produkt zu schaffen, dass die Informationsflut eindämmen soll. Intelligente Filter und ein klares Design sollen es richten: “Mail that understands you”.

Die E-Mail wird social

Verse soll aber noch mehr können, als nur unser Postfach auzuräumen erklärt Reeves. Denn darüber hinaus soll das Programm auch eine Brücke schlagen zwischen dem Social- und dem Mail-Ufer. “Bring social into mail.” formuliert es Reeves. Konkret bedeutet dies, dass Verse-Nutzer Mails direkt in einen Blog posten oder Dateien als Links auf die Community-Files verschicken. Das klappt natürlich am besten, wenn der Nutzer neben Verse auch IBM Connections verwendet. Anders herum sind Inhalte aus Verse, z. B. die Calendar Bar, auch in Connections verfügbar. Zusammengehalten wird das Ganze von einem neuen Connections Dashboard, dass sich Nutzer mit Inhalten aus beiden System füllen lassen können. Die ehemalige Trennung von Mail und Social weicht damit einem nahtlosen Übergang beider Systeme, und das natürlich auch auf mobilen Endgeräten.

Debatte mit neuem Fokus?

Ob Reeves Schilderungen tatsächlich die Zukunft der Arbeit abbilden oder nur schönes Marketing bleiben , kann nur die Zeit zeigen. Klar ist aber schon jetzt, dass neue Tools allein, keine nachhaltige veränderung bewirken können. Darum geht es aber auch gar nicht. Was tatsächlich Aufmerksamkeit verdient, ist die Frage, ob sich mit Produkten wie Verse tatsächlich ein neuer Fokus in der Social Business Debatte ankündigt: Weg von Zero E-Mail (Atos) hin zu einer sinnvollen Integration der verschiedenen Systeme. Dafür spricht allemal, dass auch Microsoft und Google ähnliche Wege einschlagen. Den vom Information Overflow geplagten Nutzern würde dies allemal entgegenkommen.

No comments yet

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s

%d bloggers like this: